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Evita Peron

Ihre Anhänger wollten sie heiligsprechen lassen, ihre Feinde dagegen verachten sie wegen ihrer unberechenbaren Machtgier:

Ein uneheliches Baby wie Eva, geboren am 7. Mai 1919, hat in dem winzigen Dorf, nahe Buenos Aires, Argentinien nicht viele Chancen. Zusammen mit ihren Geschwistern wächst sie in erbärmlichen Verhältnissen auf. Doch Eva, genannt Evita (kleine Eva), hat bereits als Kind einen unbändigen Ehrgeiz und das Ziel, berühmt zu werden. Mit 15 geht das schlaksige, brünette Mädchen nach Buenos Aires, um dort eine Karriere als Schauspielerin zu beginnen.
Bis auf kleine Engagements in mittelmäßigen Stücken und zwei noch schlechteren Filmen bleibt sie jedoch erfolglos. Evita lebt in heruntergekommenen Hotels und verdient ihr Geld hauptsächlich in zweifelhaften Nachtclubs, mit ebensolchen Jobs. Doch sie arbeitet systematisch an ihrer Zukunft. Sie blondiert ihr Haar und sucht sich Liebhaber nach Einfluß aus. Diese Affären bringen ihr tatsächlich Glück. Evita spricht für verschiedene Radiostationen, so bekommt sie einige Zeit später eine eigene Sendung, mit der sie in Buenos Aires bekannt wird. Anfang 1944, Evita ist 24, lernt sie auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung den ehrgeizigen, konservativen Kriegsminister Juan Peron kennen. Evita ahnt die Chance. Fest entschlossen unentbehrlich für den Armee-Oberst zu werden, spannt sie ihn noch am selben Abend seiner Begleiterin aus. Bald wirbt Evita in ihrer einstündigen, täglichen Radioshow für das politische Programm Perons, der mehr soziale Gerechtigkeit und eine unabhängige, starke Wirtschaft fordert. "Ich habe mich fanatisch Peron und seinen Idealen verschrieben", und sagt später oft: "Ohne Fanatismus kann man nichts vollbringen".

Ihre emontionsgeladene Sendung begeisterte vor allem das einfache Volk, das Evita als "eine von uns" anerkennt. Die Arbeiter erheben sie zum Idol. Sie akzeptieren sie - und so auch die politischen Ziele Perons. Wie mächtig Evita geworden ist, zeigte sich im Oktober 1945, als Peron bei einem Putsch verhaftet wird. Seine Freundin organisiert einen Protestmarsch, an dem 200.000 Menschen teilnehmen. Aus Angst vor einem Bürgerkrieg lassen die Putschisten Peron frei, der am nächsten Tag Evita heiratet. Sechs Monate später wird Peron zum Präsidenten gewählt. Die feine Gesellschaft verachtet Evita, aufgrund ihrer Herkunft und Geltungssucht. Doch scheint Evita am Ziel ihrer Träume. Sie gibt Millionen für Luxusroben aus - woher das Geld kommt bleibt ein Geheimnis. Als First Lady steigt, obwohl sie nie ein Staatsamt annimmt, der Einfluß. So kann sie zum Beispiel das Frauenwahlrecht erkämpfen.

Politisch gibt sich das kinderlose Ehepaar sozial engagiert, doch sie herrschen wie Diktatoren. Schlüsselpositionen werden mit Vertrauenspersonen besetzt, politische und gesellschaftliche Gegner bespitzelt, gnadenlos verfolgt, die Pressefreiheit wird aufgehoben. Doch aufgrund Evitas sozialen Engagements stehen die Armen hinter ihr, während die Opposition gegen ihren Mann wächst.

Als Evita 1951 an Leukämie erkrankt, sitzen hunderte von Frauen tagelang vor der Residenz in Buenos Aires und beweinen die Volksheldin. Am 26. Juli 1952 stirbt Evita Peron. Drei Jahre später stürzt man Juan, und er flieht ins Exil. Die Jahrelangen unterdrückten Anti-Peronisten vernichteten nahezu jede Erinnerung an Evita. Ihre Bilder, Bücher und persönlichen Papiere werden verbrannt, die Denkmäler werden eingerissen.

Julia, 16

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