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Denkmal - Abschied nach 13 Jahren Klapse

Unser Kollege KLAUS NAPP hat Spuren hinterlassen

Bild 22 Jahre war er mein Kollege, und vor 13 Jahren begann unsere gemeinsame Zeit in der Schule der Kinder- und Jugendpsychatrie. Wir haben Pionierarbeit geleistet, unterstützt von dem damaligen Schulleiter Wilhelm Eckstein.

20 Schüler, 3 Kollegen, gemeinsames Teetrinken in den Pausen, Ausflüge, Klassenfahrten, Seegeltouren, Tagesausflüge, Herausgabe der Zeitschrift KLAPSE, der beiden Bücher, Lesungen - gemeinsame Freunde, Trauer, Hoffnung, Wut - das sind Dinge, die verbinden.

Und dabei ist es ihm nicht leicht gefallen, von der Schule für Erziehungshilfe in die Schule der Kinder - und Jugendpsychatrie überzuwechseln. Zu unserem Glück hat er sich 1983 doch für "Grafenberg" entschieden. Und mit ihm hielt die Technik Einzug in unsere Schule (wogegen ich mich am Anfang heftig wehrte, später aber sehr froh darüber war)

Unsere Schule war nicht nur wegen des Standortes "Grafenberg", der kleinen Gruppen, der fehlenden Schulklingel und des fehlenden Pausenhofes besondere Schule, sondern es gab nur spärlich eingerichtete Räume, keinen Hausmeister, keine Fensterputzer, kein Sekretariat usw. Und da waren Improvisation, Organisationstalent, Verantwortlichkeit und Einsatzfreude gefragt - und wer erfüllte diese Voraussetzungen besser als Klaus Napp. Es war ihm kein Aufwand zu groß, um Teppichböden, Möbel, Telefon(e) usw. zu organisieren. Übrigens, die Blumen hatten es zu seiner Zeit besser als jetzt - und nicht nur sie...

Aber das waren nicht all seine Stärken. Vor allem hatte Klaus Napp für die Sorgen und Nöte der Schüler stets ein offenes Ohr. Die Kinder und Jugendlichen fanden sehr schnell vertrauen zu ihm. Sie fühlten sich von ihm akzeptiert und ernstgenommen. Wenn ein Schüler zu sehr belastet war, um dem Unterricht zu folgen, nahm sich Klaus Knapp erst einmal Zeit für ihn, um mit ihm zu reden.

Bewundert habe ich seine Ruhe und Gelassenheit. Sicher war es seine Art, mit den vielen z.T. sehr schwierigen Schicksalen unserer Jugendlichen fertig zu werden. Bewundert habe ich auch seine Fähigkeit, eine scheinbar unwichtige Kleinigkeit interessant und spannend zu gestalten.

Und dann wurde 1991 seine Idee geboren, eine eigene Zeitung herauszugeben. Wir sammelten Texte und überlegten fieberhaft, wie die Zeitung aussehen sollte. Inspiriert werden wir durch die Schülerzeitung der Montessori-Schule. Klaus Napp lag vor allem das Layout am Herzen, deshalb besuchte er Lehrgänge, informierte sich an anderen Schulen usw. - er hat unserer Zeitung das "Gesicht" gegeben.

Überhaupt war es ihm nach seiner langjährigen Tätigkeit in der Schule der Kinder - und Jugendpsychatrie wichtig, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Er wollte den Kindern - und Jugendlichen helfen, zu ihrem Psychatrieaufenthalt stehen zu können, sich nicht mehr verstecken zu müssen.

So war er auch spontan von der Idee, ein Buch herauszugeben, begeistert. Aus einem Buch wurden zwei - und weil es nicht ausreicht, die Bücher zu schreiben und herauszugeben, sind wir gemeinsam mit den Schülern quer durch Deutschland gereist, um Lesungen zu halten.

Trotz allem hat die Arbeit - 13 Jahre Schule für Erziehungshilfe, 13 Jahre Schule in der Kinder - und Jugendpsychatrie - seine Spuren hinterlassen. Sein Kreuz mußte offensichtlich zu viel tragen, so daß er krank wurde.

Alles in allem - Klaus Napp hat seine Spuren hinterlassen. seine Lücke ist noch nicht geschlossen, - aber trotzdem wünschen wir ihm alle seinen:

verdienten, erholsamen, ausgefüllten Vorruhestand!!!

Marie-Luise Knopp
Lehrerin

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