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Leben mit Halluzinationen

Bild Viele Menschen können sich kaum vorstellen, was Halluzinationen sind. Ich kann ein Lied davon singen. Alles fingan. Ich war in meinem Zimmer und las. Aufeinmal hatte ich so im September’95 ein Piepen im Ohr, und direktDich um!“. Anfangs kamen sagten Frauenstimmen zu mir: „Bringe diese Stimmen unregelmäßig, doch nach etwa zwei Monaten waren diese Stimmen immer da. Meinen Betreuern aus der WG sagte ich nichts. Ich dachte, das wäre einfach nur so etwas Vorin der KJP in Essen-Werden, aus einem anderen übergehendes. Ende Oktober’95 wurde ich Grund, aufgenommen. Auch dort sagte ich zunDoch mit der Zeit ächst nichts von den Stimmen. wurde es immer schlimmer. Ich sprach mit meinem Therapeuten über diese Stimmen. Kurz darauf hatte ich ein Gespräch mit der Stationsärztin, und sie verordnete mir Medikamente (Haldol, Taxilan), damit die Stimmen weggehen. Die Stimmen gingen nach vier Monaten weg, und so wurde ich Ende März 1996 entlassen. Doch nach einem Tag kamen dieStimmen wieder undich fing auch wieder an, mich zu verletzen. Meine Betreuer wußten Bescheid, taten aber nichts, um mir zu helfen. Ich durfte noch nicht mal Therapie machen. So ging es drei Wochen lang, bis ich zu einer Psychiaterin ging, die mich in die KJP in Grafenberg einwies. Jetzt bin ich schon neun Monate hier. Die Stimmen höre ich nicht mehr, doch dafür sehe ich, wenn es mir schlecht geht, Zombies und meine Mutter. Das mit meiner Mutter ist eine lange Geschichte. Ich vermisse meine Mutter sehr und bin oft noch traurig, wenn ich über meine Vergangenheit nachdenke. Da ich sie trotz allem noch sehr vermisse, sehe ich sie in meiner Phantasie“ (wie die Betreuer es sagen, denn ich weiß, daß meine Mutter in Wirklichkeit da ist). Der Arzt nennt es „ „Realitätsverschiebung“. Sie ist immer da, wenn ich traurig bin. Sie tröstet mich. Wir unterhalten uns über Sachen, über die ich mit meiner realen Mutter nicht reden kann.

Sandra,16

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