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Die Klinik - Klasse in Berlin

Seit ich in die Jugendpsychatrie eingeliefert wurde, mußte ich hier eine in der Klinik integrierte Schule besuchen. Die Gruppe ist bunt zusammengewürfelt von lernbehinderten Sechstkläßlern bis zu Schülern der gymnasialen Oberstufe.
Einige von uns arbeiten fast durchgehend an einer für sie angemessenen Aufgabe, wo sie die Lösungen nicht direkt herausbekommen. Zu denen gehöre auch ich. Doch die meisten bringen überhauptnichts zustande.

Ich glaube nicht, daß diese Art der Schule außer Beschäftigung überhaupt irgend etwas bringt. Ich freue mich auf die Zeit nach der Schule. Ab 12 Uhr kann ich dann schlafen oder lesen. Ich hasse diese Welt, in der ich nicht meine alte Schule besuchen kann, ich hasse diese Welt, in der ich schon auf die kleinsten Angriffe aggressiv reagiere. Ich hasse diese Welt, in der ich so wenig gegen meine furchtbare Zukunft tun kann. Ich werde scheitern und habe Angst davor.

Die launische Anna

Viele Leute fühlen sich durch meine Launen gestört. Sie fühlen sich genervt und finden es aufdringlich, wenn ich gute Laune habe, und sind sauer auf mich, wenn ich ohne Lächeln herumlaufe.

Sie können auch meine Schwankungen nicht verstehen, nehmen also meine Laune nicht ernst. Es kann von Minute zu Minute wechseln. Es ist nicht vorhersehbar. Doch wenigstens die um mich herum können sehen, wie sehr ich darunter zu leiden habe. Sie bemerken nicht wie ich unter ihren Sticheleien leide.

Sie bemerken nicht, wie traurig ich bin, und wissen meine Fröhlichkeit nicht zu schätzen. Das macht mich wiederum traurig wie so vieles.

Anna, 14

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