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Vom Leben enttäuscht

Ich bin in die Kinder- und Jugendpsychiatrie gekommen, weil ich versucht habe, mir mein Leben zu nehmen. Es war am 13.03.1997.
Ich kam zu spät nach Hause, und meine Eltern waren total sauer auf mich. Es kam zu einem heftigen Streit. Meine Eltern wollten, daß ich die Familie verlasse, d.h. ich sollte ins Heim oder in eine Wohngruppe. Da ich meine Familie sehr gern habe, war das ein großer Schock für mich. Also ging ich in mein Zimmer und griff zu den Tabletten, die ich damals vom Zahnarzt bekommen habe, und schluckte sie runter. Danach habe ich mich schlafen gelegt. Nach einiger Zeit wurde mir übel, ich übergab mich mehrmals. Als meine Mutter darauf aufmerksam wurde, kam sie zu mir und fragte, was mit mir los sei. Ich zeigte ihr die leere Tablettenpackung und sagte, daß ich alle genommen habe. Nun sollte mein Vater mich ins Gerresheimer Krankenhaus fahren. Als wir dort ankamen, wurden mir sehr viele Fragen gestellt, die ich alle beantwortete. Dann kam ich endlich auf mein Zimmer. Ich versuchte zu schlafen, doch es ging nicht. Am nächsten Morgen kamen alle Ärzte zu mir und stellten mir die gleichen Fragen. Sie nahmen mir Blut ab und beobachteten meinen Puls. Doch essen konnte ich immer noch nichts. Also schlief ich noch etwas. Doch besser ging es mir nicht. Ich verbrachte acht Tage im Krankenhaus. Dann endlich wurde ich entlassen und sollte sofort Therapie machen. Also begab ich mich in die Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Gelände der Rheinischen Landesklinik in Grafenberg. Hier sollte ich nun bis zum Ende der Osterferien bleiben und Einzeltherapie machen. Ich kam in die Tagesklinik und lebte mich dort sehr gut ein. Als sich das Ende der Ferien näherte, schlug man mir vor, daß ich meine Schule verlassen und meinen Abschluß auf der "Geländeschule" machen sollte. Nach einigem Hin und Her entschied ich mich für den Schulwechsel und blieb auch weiterhin in Behandlung.

Jetzt habe ich weniger Probleme und viel bessere Noten. Ich bin froh, daß ich diesen Weg gegangen bin, denn er hat mir bis heute nur Vorteile gebracht. In einigen Wochen verlasse ich die Schule und beginne mit der Ausbildung zur Erzieherin.


Leben!
Ich hatte Probleme, in der Schule und zu Haus'!
Ich stand unter Druck und hielt ihn nicht mehr aus!
Ich wollte raus- raus aus dem Leben,
und versuchte durch Tabletten,
mir dieses zu nehmen!
Ich kam ins Krankenhaus,
war völlig zerstört,
denn niemand hatte vorher, meinen
"Hilferuf" gehört!
Nun waren sie alle da für mich,
versuchten zu reden mit mir,
doch das Hilflose stand ihnen im Gesicht!
Sie wollten mir helfen,
mit meinen Problemen,
doch meinen Schmerz konnte mir keiner mehr nehmen!
Ich wurde entlassen,
durfte zurück nach Haus',
doch mein Leben, was wird nun daraus?
Ich mache nun Therapie,
und die hilft mir sehr,
denn Probleme entstehen jetzt nicht mehr!
Ich habe meine Familie,
die steht hinter mir, jeden Tag noch mehr,
und dankbar bin ich ihnen dafür sehr!
Nun hab' ich dich, mein Leben, voll im Griff,
nehme alles so wie es ist,
und habe erkannt wie wichtig, mein Leben, du bist!

Chantal, 17

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