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Eine Schule stellt sich vor

Die Schule für Kranke besteht seit 21 Jahren in Düsseldorf. Im Laufe der Zeit haben sich 3 Abteilungen herausentwickelt, mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen bezogen auf die Erkrankungen der Schüler.
Die Städtische Schule für Kranke in den Kliniken der Heinrich-Heine-Universität, Moorenstraße, seit 1976:- hier werden vor allem Schüler, die z.B. an Krebs, Aids, Herz- und Stoffwechselstörungen erkrankt sind, unterrichtet sowie solche Kinder, die orthopädisch versorgt werden müssen oder in der Unfallchirurgie behandelt werden. Immer sind es Kinder, deren Erkrankung einen stationären Aufenthalt erfordert.

Die psychosomatische Tagesklinik am Ev. Krankenhaus, Fürstenwall, seit 1986,: hier werden Schüler teilstationär betreut, vor allem diejenigen, die z.B. unter Verhaltens- und Eßstrungen leiden sowie unter Magersucht, Schulängsten, Allergien ;

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie, ebenfalls eine Abteilung der Kliniken der Heinrich-Heine-Universität, Bergische Landstr., seit 1996 - hier werden Kinder unterrichtet, die stationär oder auch teilstationär, die unter Psychosen und neurotischen Erkrankungen leiden, unter Ängsten, den Folgen sexuellen Mißbrauchs sowie Suizidversuchen usw.

Gemeinsam ist allen Schülern, daß ihre Lebens- und Lernsituation durch die Erfahrung geprägt ist, daß ihr Leben nicht mehr selbstverständlich ist, bis hin zur Sinnfrage.

Ob diese Sinnfrage durch die Erkrankung in den Vordergrund gedrückt ist oder umgekehrt, die Krankheit durch die Sinnfrage ausgebrochen ist, wirkt sich auf die Art der Therapie aus und in diesem Zusammenhang auch auf das pädagogische Handeln.

Die Motivation für Lernen, die häufig durch die existentielle Bedrohung massiv beeinflußt ist, muß immer wieder neu aufgebaut werden.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie brauche ich nicht weiter vorzustellen, weil sie durch die Zeitschrift „KLAPSE“ und die beiden Bücher inzwischen bekannt ist - vielleicht doch nicht so sehr als Abteilung der Schule für Kranke - eher als Teil der Martin-Luther-King-Schule (Schule für Erziehungshilfe).

Auch die psychosomatische Tagesklinik veröffent-icht seit einiger Zeit Artikel in der Klapse. Diesmal sind zum ersten Mal auch Beiträge der Abteilung Uni-Klinik, Moorenstr. in der „Klapse“.

Das Gedicht „ Mein Zimmer“ wurde von einem krebskranken Schüler geschrieben, und der Bericht von einem Mädchen, bei dem ganz plötzlich Lähmungserscheinungen in der rechten Körperhälfte auftraten ebenfalls. Der eine Artikel mußte mir von dem Mädchen diktiert werden, weil sie als Rechtshänderin aufgrund der Tumore in ihrer Wirbelsäule nicht mehr schreiben kann.

In der Zukunft wird es in dieser Zeitschrift immer einige Seiten geben, die von Schülern der Uni- Klinik, Moorenstr. gestaltet werden, um auch diese Abteilung der Schule für Kranke bekannt zu machen und darüber die Sorgen und Freuden der Schülerinnen und Schüler verstehen zu lernen.

Ulrike Kocks, Sonderschulrektorin

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