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Internat Marienau - Soll ich oder nicht?

Die große Frage: Wo soll ich hin?

Was wird aus mir, wenn ich entlassen bin?

Diese Frage stellten sich meine Therapeuten, aber in erster Linie ich. Es wurden Alternativen zum Leben zu Hause bei einem meiner beiden getrennten Eltern gesucht.

Die mögliche Lösung: ein Internat.

Schnell wurde die Schule Marienau, ein Internat am Rande der Lüneburger Heide, in Erwägung gezogen. Es wurde ein "Besichtigungs- und Kennlerntermin" abgemacht und am 15. Januar 2001 fuhren Frau T. (meine Therapeutin), Mareike (meine Bezugsbetreuerin) und meine Eltern mit mir nach Marienau um dort mit der Schulleiterin und der Psychologin zu sprechen und um uns das Schulgelände anzuschauen. Wir unterhielten uns also zuerst in der großen Runde, sprachen über Möglichkeiten, Vor- und Nachteile und kurz auch über die Gründe meiner notwendigen Behandlung.

Dann zeigte eine Schülerin mir und Meike das Gelände, welches folgendermaßen aufgebaut ist: Um das Haupthaus, welches an einem kleinen See liegt, gruppieren sich großzügig das Schulhaus und die Wohngebäude. Die Wohngebäude sind in "Gänge" unterteilt - auf je einem Gang gibt es eine Gangmutter oder einen Gangvater, welche/r die Kinder und Jugendlichen betreut.

Der Tag beginnt mit dem Wecken um 7:00 und mit dem Frühstück und geht mit der Schule bis 12:30 weiter. Dann gibt es erst einmal Mittag für die hungrige Meute. Am Nachmittag stehen AG's auf dem Plan, wovon jeder Schüler und jede Schülerin eine bestimmte Mindestanzahl nehmen muss. In der Arbeitsstunde von 17:00 - 18:00 werden die Hausaufgaben unter Kontrolle der Lehrer erledigt worauf dann das Abendessen folgt. Die "Hausgeh - und Ruhezeiten" variieren von 21:00 für die Kleinsten und 23:00 für die Großen.

Momentan überlege ich, ob "Marienau" etwas für mich sein könnte.

Aber wer weiß das schon...?

Lilo, 14, Psycho-Times, Elmshorn

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