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Neun Wochen Krankenhaus

Bis 40 kg: Nur dreimal in der Woche für eine Stunde Besuch von den Eltern

Wegen meiner Anorexie verbrachte ich bereits einmal neun Wochen im Krankenhaus.

Acht Wochen wurde ich durch eine Magensonde künstlich ernährt. Pro 500 g die ich zunahm bekam ich Vergünstigungen. Mit der Zeit wurde die Sondennahrung gestrichen und ich durfte länger auf den Gang hinaus. In der restlichen Zeit hatte ich strengste Bettruhe. Am Anfang durfte ich das Zimmer nicht verlassen, auch nicht um zur Toilette oder in die Waschecke zu gehen.

Am schlimmsten aber war die kurze Besuchszeit, denn meine Eltern durften mich nur dreimal in der Woche für eine Stunde besuchen. Ab einem Gewicht von 40 kg durfte ich auch einmal in der Woche von Freunden und Verwandten besucht werden.

Bis auf die letzten zwei Wochen lag ich im Beobachtungszimmer, wo mich die Schwestern Tag und Nacht beobachten konnten. Doch noch schlimmer war, dass ich außer wenn ein Notfall auf dieses Zimmer kam, immer alleine war. Als ich auf ein anderes Zimmer verlegt wurde, war ich dann nur noch selten alleine. In dieser Zeit hatte ich meistens viel Spaß und nur selten Langeweile.

Als ich dann 41 kg wog, wurde mir die Magensonde gezogen. Das war einer der schönsten Momente meines Lebens.

Nun musste ich sieben Mahlzeiten selbstständig zu mir nehmen. Doch dann geschah noch ein Unglück. Ich wurde auf die Kinderinfektionsstation verlegt. Weil ich keine Antikörper gegen Windpocken im Blut hatte, musste ich dort die letzte Woche mein Gewicht halten. Ich war dort völlig isoliert.

Doch am letzten Sonntag durfte ich für einen Tag nach Hause. Unser ganzes Haus kam mir unheimlich klein vor.

Doch als ich eine Woche später entlassen wurde war bald alles wieder wie früher.

Janine, 13, KLAPSE, Düsseldorf

[Anmerkung: Diesen Bericht schrieb Janine*, nachdem sie wieder wegen ihrer Anorexie ins Krankenhaus kam, diesmal in die Kinder- und Jugendpsychiatrie Düsseldorf.]

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