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Ab wann ist man eigentlich magersüchtig ?

Von Esther,16 Jahre

Vor 30 Jahren machte man die Antwort auf die Frage „Magersucht – ja oder nein?“allein davon abhängig, wie viel die Betroffenen an Gewicht verloren hatten. So wurde 1972 z.B.ein Gewichtsverlust von 25 %vorausgesetzt,damit man von einer Magersucht sprechen konnte. Von dieser Sichtweise hat man sich jedoch immer weiter entfernt.
Heute werden die Ausmaßen einer Gewichtsabnahme nur noch als ein nebensächliches Kriterium angesehen. Viel wichtiger ist das Verhalten rund ums Essen und den eigenen Körper.
Typische Anzeichen einer Magersucht sind z.B.der „Blick in den Zerrspiegel“, d.h. die verdrehte Wahrnehmung in Bezug auf die eigene Figur. So meinen deutlich abgemagerte Patientinnen noch, sie seien zu dick oder sie haben Angst es zu werden. Eine abgemagerte Figur wird als Schönheitsideal betrachtet. Der Appetit und schließlich auch der Hunger werden so weit es geht oder sogar auch vollständig unterdrückt.
Häufig ziehen sich die Mädchen oder jungen Frauen total zurück und befassen sich nur noch mit Essen, oder vielmehr wie sie es vermeiden können. Die Ursachen für den Beginn einer Magersucht liegen häufig in der Familie. Familien mit starkem Zusammenhalt sind meist der Auslöser. Nach außen sind diese Familien nahezu perfekt. Die Geschwister werden absolut gleich behandelt und Konflikte gibt es nur selten. Aber gerade diese Gleichstellung ist für Mädchen in der Pubertät häufig ein Problem, wenn sie versuchen sich von ihrer Familie abzunabeln.
Die Mädchen bekommen durch die Magersucht eine Sonderstellung und werden so als Individuum betrachtet und nicht immer nur als Mitglied der Familie. Dadurch, dass sich die Familie von nun an ganz auf die Tochter fixiert, wird es für die Tochter jedoch noch schwieriger gemacht, sich von der Familie zu lösen. Diese Sonderstellung durch die Magersucht wird nur ungern wieder aufgeben und daher fällt es den Betroffenen auch so schwer den Bann der Magersucht zu brechen, da sie einem so viel gibt.
Deshalb setzt eine Therapie im Normalfall auch in der Familie an. Die erste Maßnahme ist häufig, dass die Tochter aus der Familie herausgenommen wird. Die Familie wird aber weiterhin in die Therapie miteinbezogen. Das Ziel einer solchen Therapie ist es,v on Grund auf zu klären,wo die genauen Auslöser für die Magersucht liegen.

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