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Null Bock auf die Schule

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Manuel, 16, lernt in der KJP, sich langsam wieder an die Schule zu gewöhnen

Kein Bock mehr auf die Lehrer

Ich kam Anfang Januar in die Klapse, weil ich fast 1 Jahr nicht mehr in die Schule ging. Der Grund war, dass ich keinen Bock mehr hatte auf die Lehrer und das ganze Nachsitzen und Lernen.
Deshalb verkroch ich mich in meinem Zimmer und blieb dort. Um 7 Uhr morgens ging ich erst schlafen, aufgestanden bin ich erst um 16 Uhr nachmittags. Meine Mutter machte sich zwar Sorgen, aber nach einiger Zeit wollte sie nicht mehr in mein Zimmer kommen wegen meiner Laune und weil ich nicht mit ihr geredet habe.

In die Klapse

Ich bekam öfters therapeutische Maßnahmen, die aber nie etwas geholfen haben, bis ich nach fast einem Jahr in die Klapse kam.
Dort ging es mir dann noch schlechter und ich habe 4 Tage nichts gegessen und nichts getrunken, bis die Betreuer mir sagten, ich sollte mindestens einen Becher Wasser am Tag trinken oder ich bekäme die Flüssigkeit mit einer Infusion eingeführt. Ich bekam also immer einen Becher Wasser, wovon ich 2 bis 3 Schlückchen getrunken habe und den Rest einfach in einen Blumentopf gekippt habe.

Nach einiger Zeit fing ich an, ein wenig zu reden,

doch der "ständige Kontakt" mit einem Betreuer gab mir wenig Möglichkeiten mit den anderen Jugendlichen zu reden. Dann wurde der ständige Kontakt abgesetzt und ich konnte mich mehr eingliedern.
Doch ich war immer noch ruhig und fing an zu ritzen. Also bekam ich nach einiger Zeit Medikamente, es waren Antidepressiva.
Der Arzt zählte mir einige der vielen Nebenwirkungen auf. Trotzdem nahm ich sie und die Nebenwirkungen machten sich auch bemerkbar. Ich bekam eine große innerliche Unruhe und hatte nachts immer Lachanfälle ohne Grund. Aber nach einiger Zeit vergingen die Nebenwirkungen und ich gewöhnte mich an die Medis. Ich bekam mit der Zeit Ausgang und konnte wieder raus.

Doch dann musste ich wieder in die Schule gehen.

Ich ging einen Tag in die Klinikschule, doch dann war mir das zu blöd und ich blieb wieder drinnen. Ich bekam den Ausgang gestrichen. Ein Betreuer meinte nach einigen Wochen, ich könnte im Stationsunterricht mitmachen und könnte mir so Ausgang verschaffen. Das hielt ich einige Wochen aus, doch dann hatte ich wieder keine Lust und bekam den Ausgang gestrichen.

Wie im Knast

Das hielt mehrere Wochen an und ich war sehr frustriert, weil ich mir wie im Knast vorkam. Dann machte ein Betreuer den Vorschlag, im Förderunterricht mitzumachen und ich willigte ein. Der Unterricht war ok und so langsam gewöhnte ich mich wieder an die Schule.

Die volle Schulzeit

Dann musste ich mindestens zwei Stunden in der Schule mitmachen und danach 3 Stunden. Das ging zwei Wochen so und dann musste ich die volle Schulzeit durchhalten.
Bis jetzt habe ich es geschafft und habe eine Stunde Ausgang.
Die Betreuer sagen immer, ich könnte auch vollen Ausgang haben, aber den will ich einfach nicht.
Jetzt bin ich schon 18 Wochen hier und weiß immer noch nicht, wann ich entlassen werde. Ich habe bald ein Vorstellungsgespräch in Solingen in einer WG, weil meine Mutter mich nicht mehr zu Hause haben will, denn sie hat Angst, dass es wieder wie früher wird. Ich glaube, ich werde bald entlassen und hoffe, dass ich außerhalb der Klapse wieder gut klarkomme.

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