<<   Allein - Vermissen  |   Fremdgefährdung   >>

Wieder in der Klapse

Alessa, 13, berichtet, warum sie "draußen" nicht zurecht kam

Bild Als ich im November letzten Jahres hier aus der Klinik entlassen wurde, hatte ich sofort wieder Probleme - diesmal nur viel schlimmer!
Ich ging in den sechs Monaten nicht einmal in die Schule- und auch nirgendwo anders hin.
Diese Situation wurde immer schlimmer, weil ich irgendwann - auch wenn ich es wollte - nicht mehr auf die Straße oder zur Schule gehen konnte. Ich hatte einfach Angst davor. Ich fürchtete mich auch vor den Menschen draußen. Schon der Gedanke daran, nach draußen zu gehen, war für mich die reinste Horrorvorstellung.
Als ich meiner Mutter davon erzählte, sagte sie nur, dass das alles Einbildung sei und machte sich darüber lustig. Sie fand es auch sehr lustig, dass ich nur noch ans Ritzen und an den Tod denken konnte.
Sie fand es lustig, mich damit runter zu machen.
Ich lag nur noch im Bett und verfiel immer mehr in meine Depressionen und Ängste. Dann fing ich an, mir in den Arm zu ritzen und zwar da, wo die Pulsader ist. Ich schnitt aber nie so tief, dass ich daran hätte sterben könnte.
Dann kam auch noch das Jugendamt in mein Leben und machte es mir noch schwerer. Sie planten eine Rückführung in meine alte Schule und dass ich Therapie bekommen sollte. Nachdem ihr Plan nicht klappte, planten sie mich in eine WG zu stecken. Als ich das hörte, wurde ich nur noch depressiver und auch aggressiver.
In einem Streit mit meiner Mutter kam dann alles hoch und ich schlug einfach auf sie ein. Das war meiner Mutter zu viel und deshalb brachte sie mich wieder in die Psychiatrie nach Düsseldorf.
Morgen werde ich in eine WG entlassen.
Der Gedanke daran macht mich nicht mehr so fertig. Insgesamt geht es mir auch viel besser. Hoffentlich verläuft mein Leben irgendwann wieder normal!!!

zum Haupteingang von www.klapse.de