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Werde ich verdummen?

Werde ich die schönen Seiten des Lebens wie-der sehen können und bewusst mitkriegen - ohne "Denkblockade"?

Diese Fragen stellt sich Julius, 16 Jahre

Bild Mein Leben ist bis Anfang des Jahres sehr gut verlaufen. Ich habe eine gute Beziehung zu meiner Mutter, eine Familie außerhalb von Düsseldorf, die mich bei vielen Ereignissen meines Lebens begleitet hat und noch begleiten wird.(Taufe, Konfirmation, Weihnachten...), Freunde und Klassenkameraden, mit denen ich mich gut verstehe, ein soziales Umfeld, das manch anderer sich so wünscht, wichtige Ansprechpartner für mögliche Probleme und auch Erfolg im Leben - was ja jeder Mensch braucht.

Die "Denkblockade", die ich noch nicht unter Kontrolle habe, hat mir erst aufgezeigt, dass eben nicht alles in meinem Leben so glatt gelaufen ist.
Irgendetwas muss mich überfordert oder unbewusst gekränkt haben.
Der Schuldruck, dem ich andauernd ausgesetzt war, ist eine Ursache. Es gab eine gewisse Monotonie in meinem Leben. Ich habe mich also zu sehr auf die Schule fixiert und die anderen Lebensbereiche vernachlässigt.
Die Ablösung hin zur Selbständigkeit ist eine zweite Ursache.
Eine mir sehr wichtig erscheinende Ursache ist meine hypochondrische und auch "philosophische" Veranlagung. Das bedeutet, ich neige dazu meinen Körper oft auf bösartige Krankheiten hin zu untersuchen. Ich habe mich regelrecht in diese Gedanken hereingesteigert, so dass plötzlich ohne mein Einwirken Panikattacken auftauchten.
Zuerst vermutete ich einen Gehirntumor hinter der Denkblockade.
Doch als ich schließlich die zweite Magnettomographie machte und beide Ergebnisse aussagten, dass alles mit meinem Kopf in Ordnung ist, war ich mir sicher keinen Gehirntumor zu haben.
Zur Zeit habe ich noch etwas Angst eine Psychose zu habe, obwohl die Ärzte hier mir versichern, dass ich keine habe.
Mit philosophischer Veranlagung meine ich, dass ich mir im Normalfall sehr viele Gedanken mache und vieles hinterfrage. Das bringt einerseits eine positive Reife, andererseits kann es auch sehr negativ sein, da ich mich teilweise mit einigen tiefgreifenden Gedanken möglicherweise überfordert habe.
Bis jetzt sehe ich hier in der Tagesklinik folgende Fortschritte:
Meine Panik habe ich im Gegensatz zu vorher einigermaßen unter Kontrolle.
Mit meinem geistigen Zustand bin ich jedoch noch nicht zufrieden. Das heißt die Denkblockade ist noch da.
Zu meiner Denkblockade, die mich ständig begleitet, kann ich folgendes sagen:
Ich habe das Gefühl Kenntnisse und meine alte Leistungsfähigkeit nicht abrufen zu können. Meine Wahrnehmung war und ist getrübt. So kommt es mir jedenfalls vor.
Ich habe das Gefühl, dass mich alles intellektuell überfordert. Keiner kann sich vorstellen, was das insbesondere für mich bedeutet.
Interessant ist, dass alles, was ich mir einbilde nicht mehr zu können, dann sehr oft tatsächlich nicht mehr funktioniert.
Immer dann, wenn ich mich nicht mit meiner Denkblockade beschäftige, funktioniert es eigentlich ganz gut. Ich bin also teilweise auch selbst für meine Denkblockade verantwortlich.
Panikattacken kommen immer dann, wenn ich Angst habe die Kontrolle über meinen Geist zu verlieren, d.h. völlig verwirrt zu sein, was meines Erachtens auch schon eingetroffen ist.
Es gibt drei Fragen, die mich sehr beschäftigen:
Wird die Denkblockade Auswirkungen auf mein Leben haben?
Ist meine schulische Laufbahn in Gefahr und werde ich jemals wieder unbeschwert ohne Denkblockade leben können, wie es früher der Fall war???
Zu guter Letzt möchte ich noch den Leuten danken, die mir zuhören, wenn ich besorgt oder verzweifelt bin. Denen, die mir Hoffnung und Zuversicht schenken und denen, die mir ein schönes Umfeld ermöglichen.
Ich brauche euch!!!

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