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DER SPIEGELPREIS, HAMBURG UND DIE Klapse

Valentina, 16, war in Hamburg dabei

Am Samstag, den 21.06.03, sollte die langerwartete Reise nach Hamburg zur Spiegel-Preisverleihung der Schülerzeitung des Jahres 2002/2003 endlich losgehen. Drei Tage in einer so großen Stadt mit einem abwechslungsreichen, aufregenden Programm?

Zu viert machten wir uns auf die Reise. Letztendlich saßen wir mit Sack und Pack im Zug in Richtung Hamburg. Unter "wir" versteht man Frau Lebeck, die Direktorin der Alfred-Adler-Schule, Frau Behrendt, eine Erzieherin aus der Tagesklinik in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und uns, Ristana und Valentina.

Nach einer etwa vierstündigen Fahrt, kamen wir am Ziel an. Mit neugierigen Blicken verließen wir den Hamburger Hauptbahnhof, denn noch nicht alle waren schon einmal in dieser riesigen Stadt gewesen. Ein Taxi brachte uns dann ins "Yolto Hotel", eine Stadtvilla mit stilvoller, moderner Einrichtung. Ein sehr gemütliches und helles Hotel mit zuvorkommendem Service.

Kurz vor sechs war es dann so weit, rund 30 Redakteure der Schülerzeitung aus ganz Deutschland kamen zum ersten Mal zusammen.
Vor dem Essen stellten sich die Verantwortlichen der Spiegel-Redaktion, Herr Takors, Gründervater der seit 7 Jahren bestehenden Preisverleihung für Schülerzeitungen, Frau I. Bergel und der Geschäftsführer des Verlages vor.

Nach einer bunten Ansprache konnte endlich gegessen werden. Uns erwartete ein orientalisch/libanesisches Essen in einem Ambiente vom 1001 Nacht. Die Tische waren mit Rosenblättern und Kerzen geschmückt. Dabei lernten wir dann auch die ersten Konkurrenten kennen, die uns zunächst mit skeptischer Arroganz entgegen kamen. Doch im Laufe des Abends und den 3 köstlichen Gängen unterhielten wir uns erstaunlicher Weise ganz gut. Es wurden Schülerzeitungen ausgetauscht und begutachtet, Fragen gestellt und beantwortet.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum ersten Mal mit der Bahn zum 10 min. entfernten Spiegel-Gebäude, einem riesengroßen schwarzen Komplex. Dort angekommen wurden wir schon freundlich erwartet und so gegen 11 Uhr brachte uns der Lift in den 11. Stock, noch eine Treppe hinauf und wir gelangten schließlich im obersten, dem 12. Stock, in das ehemalige Büro des Spiegel-Gründers Herr Augstein, der erst letztes Jahr verstorben ist.
Das Büro wurde in einen Konferenzraum umgebaut, so dass alle ihn nutzen können. Dort oben hatte man die tollste Aussicht über ganz Hamburg. Der Raum war schlicht, in der Mitte stand ein schwarzer Tisch mit Mikrophonen und drumherum saßen die ganzen wichtigen Leute des Spiegels. Die restlichen Redakteure versammelten sich an den Wänden entlang und hörten sich an, was man an ihrer Arbeit kritisierte oder lobte. Die Preisträger selbst saßen in einer abgegrenzten Ecke und hörten aufmerksam zu. Eine von uns durfte sogar selbst die Blatt-Kritik verlesen, die sich auf das am Montag, den 23.6.03 erschienene Heft bezog und eigentlich ganz ordentlich bis auf die zu ausführliche Titelbildbeschreibung vorgetragen wurde.

Nachdem die Sitzung geendet hatte, verließen wir wieder den 12. Stock, um vor dem Gebäude ein Gruppenfoto zu schießen. Dann gings zum Mittagessen. So gegen halb vier war unsere Pause beendet und die Workshops, in die man sich am Abend zuvor eingetragen hatte, begannen. Wir trennten uns, denn einige mussten noch zum Fotoshooting und die anderen zu den Vorträgen. Wir hatten uns den Workshop "Reportagen und Titelbild/foto" ausgesucht. Die zuständigen Redakteure beantworteten all unsere Fragen und erklärten uns ihre Arbeit und auf was wir als Schülerzeitungsredakteure achten sollen.
Doch nicht minder interessant war das Fotoshooting. Erst kam man in die "Maske" und zum Styling, man musste ordentlich und brav aussehen und dann posierte man in verschiedenen Stellungen und wurde fotografiert. Diese Fotos wurden für die Anzeige im Spiegel gemacht. Eine wirklich tolle Erfahrung. Bis jetzt hatte uns der Spiegel nicht enttäuscht und so sollte es auch weiter gehen.

Das Spannendste des ganzen Tages war die Preisverleihung in der Kantine des Spiegels. Sie ist in einem aufwendigen 70er-Jahre Stil und steht unter Denkmalschutz. Sogar das Hamburger Fernsehen war dort tätig.
Die mehrköpfige Jury saß vorne und blickte uns gespannt an. In der Zwischenzeit war unter den Preisträgern eine ganz kleine Unruhe und Aufgeregtheit ausgebrochen, verständlich. So viele wichtige Menschen auf einem Haufen und dann noch die Pokale wie bei der Oskar-Verleihung. Es schien alles so professionell und ernst.
Dann erhob sich Herr Aust, der wichtigste Mann beim Spiegel und hielt eine Rede, in der er allen seine Glückwünsche ausrichtete und gleich mit der Siegerehrung begann. In den sechs Kategorien: Foto, Interview, Reportage, Layout, Titelbild (und) Heftinhalt und Online-Seite wurden die Sieger vom 3. bis zum 1. Platz gekürt. Man erhielt einen Gutschein mit einem bestimmten Geldbetrag und eine Urkunde, dazu einen Pokal, ein Buch über Herrn Augstein und den Händedruck der Jury. Festgehalten wurde dies durch einen Fotografen. Die "Klapse" wurde schon zum dritten Mal vom Spiegel ausgezeichnet, aber wir vier waren natürlich zum ersten Mal dabei. So viel Aufregung waren wir gar nicht gewohnt.
Wir erhielten den Sonderpreis für den Heftinhalt und 300 €.
Die Gesamtsieger der Schülerzeitungen das "Kaleidoskop" erhielt insgesamt 2500€ und eine einwöchige Reise nach Washington DC. Weitere 5 Redakteure gewannen eine Reise in ein SOS-Kinderdorf innerhalb Europas.
Stolz und mit neuem Ehrgeiz verließen wir das Spiegelhaus.
So um 20 Uhr trafen wir uns dann mit zwei Führern der Kurverwaltung von Hamburg, die uns alles Sehenswerte von dem Stadtteil St. Pauli zeigten, sowohl die Boxerkneipe "Die Ritze" und den Star-Club, wo die Beatles das erste Mal spielten als auch die berühmteste Straße in Hamburg, die "Herbertstraße", für Frauen ist dort der Zutritt leider verboten.
Abschließend führten sie uns in das "Art-Hotel", ein Hotel, in dem jedes Zimmer von einem anderen Künstler eingerichtet worden ist. In der Bar tranken wir noch alle etwas und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Dabei nutzen wir die Gelegenheit, um uns besser kennen zu lernen und tauschten die Adressen aus.
Als am nächsten Morgen alle Teilnehmer wieder in der Redaktion eingetroffen waren, bekamen wir einige Erläuterungen zum Spiegel selbst und seinen Geschäften, weiterhin wurden uns zu den einzelnen Berufsgruppen, die dort arbeiten, etwas erzählt.
Alle saßen wir in diesen wichtigen Stühlen um diesen wichtigen Tisch in diesem wichtigen Konferenzraum im 12. Stock.
Zum guten Abschluss aßen wir noch in der berühmten Spiegelkantine. Danach verabschiedeten wir uns voneinander und so langsam traten wir die Heimreise an. Erschöpft, etwas traurig, aber genauso froh, endlich wieder nach Hause zu fahren, bestiegen wir den Zug.

Und das nächste Mal räumen wir noch mehr ab, obwohl wir ja jetzt schon aus 1300 Schüler-Zeitungen ausgewählt worden sind.

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