<<   Neues vom Schwarzen Brett  |   Karneval - Schifffahrts-Museum   >>

Ver - rückt

Bild Bild

...so hieß das Theaterstück, das am 14. Juni für großen Aufruhr bei uns sorgte.

Ristana, 17, und das einzigartige Theaterwochenende

Für die, die es noch nicht wissen: die „Klapse “gibt es jetzt schon seit 11 Jahren und inzwischen sind aus der Schülerzeitung auch schon vier Bücher und ein Hörbuch entstanden. Mit diesen Büchern reisen wir quer durch Deutschland, lesen Texte daraus vor und beantworten gerne Fragen, um den Vorurteilen gegenüber der Psychiatrie endlich den Garaus zu machen.
Was das mit dem Theaterstück zu tun hat? Vieles. Denn ohne diese Lesungen wären wir nicht mit der Jugend-Theatergruppe „Rollentausch“ in Verbindung gekommen und hätten dieses einzigartige Wochenende nicht erlebt.
Wir haben große Opfer gebracht – einige Schüler und Lehrer verbrachten freiwillig zusammen ein Wochenende in der Klapse!!! Aber es war einfach nur toll...
Los ging es mit einem Treffen im Gerresheimer Gymnasium „Am Poth “(Herr Thomann, der Direktor, war so freundlich, uns für den Samstag die Aula zur Verfügung zu stellen). Geplant war, das Theaterstück zu sehen und noch eine kleine Lesung zu halten.
Wir „Leser “kamen in der Schule an und bereiteten uns noch vor. Genauso wie die Schauspieler, denn die Aula war verschlossen und immer wieder drangen seltsame Schreie und Geräusche nach außen. Als wir dann rein durften, starrten alle erwartungsvoll auf die Bühne... doch Nichts geschah. Dann begann Jemand im Publikum zu zucken und Geräusche von sich zu geben und es schien anzustecken! Da es ja halb dunkel war, konnte anfänglich auch Niemand erkennen, dass das die Schauspieler waren. Diese gingen dann auf die Bühne und erbrachten eine prima Leistung: das selbst erstellte Stück (Drehbuch, Kostüme usw.) dauerte über eine Stunde! Alleine schon, wie viel Arbeit die Jugendlichen in dieses Stück investiert hatten, ließ mich staunen. Und dann brachte das Stück eine Gänsehaut nach der anderen, wenn wir uns in Situationen wieder fanden, wie z.B. auf einem hohen Gebäude stehend, verzweifelt und hoffnungslos. Die Schauspieler rührten kritische Punkte an, wie Drogen-/Alkoholprobleme, Selbstverletzungen, Vorurteile und das „Verrückt sein “. Aber auch ganz alltägliche Dinge wie Liebesglück oder –kummer. Sie hatten sich so in dieses Stück hineinversetzt, dass Jeder von uns sich irgendwo wieder finden konnte. Ob jetzt auf der Seite von uns „Auffälligen “oder auf der Seite derer, die sich hinter ihren Vorurteilen verstecken. Es war einfach nur eine unglaubliche Leistung. In dem Stück wurde sogar mehrfach „live “gesungen. Es war einfach nur klasse.
Doch der Abend war ja noch lange nicht vorbei. Die Theatergruppe musste noch abräumen und da sie ja in unserer Tagesklinik schliefen und dort auch noch gegrillt werden sollte, fuhren wir mit unseren Lehrern schon einmal los, um alles vorzubereiten. Es gab jede Menge Grillfleisch, Salate, Gemüse, Getränke...
Nachdem dann alle so halbwegs zur Ruhe gekommen waren, saßen wir gemeinsam zufrieden schmatzend im Stuhlkreis. Die Runde wurde zunehmend lockerer und nachdem ein paar ganz mutige den ersten Schritt gewagt und vorgesungen hatte, sang bald der ganze Kreis und es gab sogar Gitarrenbegleitung. Einstimmig wurde beschlossen, dass nur noch das Lagerfeuer fehlte. Wir kannten uns fast gar nicht und trotzdem kam so eine super Stimmung auf! Der Abend war echt was Besonderes.
Langsam gingen die ersten Schüler und Lehrer dann nach Hause, doch für den Rest von uns war der Abend ja noch lange nicht vorbei. Als sich nämlich alle etwas erholt hatten, gingen Frau Lebeck und ich mit der Gruppe noch in die Altstadt. Wir fanden die Düsseldorfer Altstadt an einem Samstagabend ganz sehenswert. Wir setzten uns also noch an den Rhein und quatschten bei einem Glas Cola. Um eins war dieser schöne Abend dann leider, leider vorbei, aber ich hoffe, dass wir so was bald wiederholen können. Vielleicht ja auch in Oldenburg.....

zum Haupteingang von www.klapse.de