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Und ich sehe es fließen, das dunkelrote Blut.

Und ich sehe es fließen, das dunkelrote Blut. So rot wie Hass, wie Leidenschaft - wie die bisherige Eifersucht. Rein wie Wasser, flüssig wie meine kristallklaren Tränen. Immer wieder unterwerfe ich mich der Macht deises zerstörenden Verlangens. Keine Willenskraft es zu lassen. Der Verstand meint `Nein tu es nicht. Setze dich durch´ doch mein Herz schreit nach meinem Blut; nach jedem einzelnen Tropfen. Ich will es lassen, doch es geht einfach nicht. Fühle mich leer, ausgenutzt und unnütz. Kein einziger Schnitt erlöst mich wirklich, das sehe ich ein. Jeder sagt, ich sei verrückt, das Ritzen könne man doch ganz einfach lassen. Doch nein - sie irren sich! Sie wissen gar nicht, wie schwer es ist, von einer so starken Sucht wegzukommen! Meinen einfach, dass es auch gute Zeiten im Leben gebe. Schön, die gibt es, das habe ich nie bestritten. Aber was, wenn man sich nur an die schlechten Zeiten erinnert? Wenn man unter ihnen leidet? Es ist nicht so leicht, diese Angewohnhei zu vergessen. Zu vergessen, was es heißt, sich selber auf gewisse Art fertig zu machen, sich zu zerstören.
Gerade jetzt fühle ich Leere: ich sitze gerade in der Schule und schreib mal wieder Dinge aus den Tiefen meines Herzens nieder. Wieder duchlebe ich alles; Ignoranz, Intrigen, Verlust - und vieles mehr. Um mich herum sitzen Klassenkameraden - Sie zeigen Freude, Langeweile und auch Trauer. Auch sie sind nicht stark - auch sie sind nur Menschen mit Gefühlen; Gefühlen, welche einen verraten können. In Momenten, in denen man mit niemandem reden will, gerade dann, wenn man meint, sich alleine besser zu fühler, kann man es nicht. Ich wünschte, ich könnte jetzt schreien. Mir die Seele und somit die ganzen Gefühle und ihre Lasten wegschreien. Und keiner würde mich hören, wenn ich jetzt alleine wäre. Manchmal vermisse ich die Einsamkeit; dennoch bin ich froh, dass es im Moment nicht so oft vorkommt, dass ich alleine bin. Ich wünsche es mir, doch ich habe auch Angst davor. Angst davor, was passieren würde, wenn ich alleine wäre. Ich weiß, was passieren würde. Weiß, dass ich wieder schwach werden und mich dann, endlich oder doch eher leider, von den Schmerzen erlösen würde. Ich bin mir nicht klar darüber, was ich will und was nicht. Will ich mich weiter vernichten? Nein, aber ich brauche den Schmerz, auch wenn mich niemand versteht. Dieser äußerliche Schmerz deckt den seelischen ab. Das wollen viele nicht begreifen. Es klingt schon verrückt, aber es ist wahr; die Schmerzen im Herzen werden immer ertäglicher je mehr Schnitte meine Arme schmücken. Ja, schmücken. Ich liebe meine Narben. Jede einzelne erinnert mich an bestimmte Momente. Teilweise erfüllen mich meine Schnitte sogar mit Freude.
Freude an Schmerzen - Schmerzen??? War es nicht mein Plan, mein Verlangen, Schmerzen loszuwerden? Ja, war es. Aber wieso erfreue ich mich an meinen Schmerzen, die ich mir selber zufüge und an denen von anderen nicht? Ich glaube, andere mit denselben bzw. -gleichen Problemen wissen es auch nicht. Es ist wie eine Studie. Man muss sich lange genug mit ihr auseinander setzen, um sie zu verstehen. Doch wenn man sich die Leute, die alles darüber zu wissen meinen, anhört, wird einem langsam klar, dass auch sie dieses Problem der Selbstzerstörung nicht verstehen wollen oder können.


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Man spürt seine eigenen Verletzungen nicht. Versuch doch mal, dich so feste zu kneifen, dass es blutet. tut es weh? Oder findest du es lustig, dein Blut hervorströmen zu sehen? (meine Antwort wäre `ja`). Ich schätze, da man sich nicht selber wehtun kann, denkt man nicht wirklich über diese Schmerzen nach. Wird man von anderen innerlich, also seelisch verletzt, denkt man eher daran. Man fühlt isch teilweise betrogen, verlassen, ignoriert. Dass man darüber hinweg kommen kann, ist klar, aber trotzdem ; dieser Schmerz bleibt eben eine Zeit lang. Wenn man sich selber verletzt, spürt man vielleicht körperlichen Schmerz, aber keinen seelischen. Kein innerlicher Schmerz, der einen versucht zu erdrücken. Doch starke Menschen lassen sich nicht zerstören von Seelenschmerz. Sie setzen sich durch! Leben mit Qualen.
Hoffentlich gehöre ich bald zu ihnen...

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