Warum ich hier bin? Das ist eine gute Frage...
Wegen eines Suizidversuches, den ich auch gar nicht abstreiten will.
Wenn man aber bei mir nach Problemen sucht, würde man sich im ersten Moment fragen, warum ich überhaupt hier bin.
Irgendwie läuft bei mir alles prima, wenn man es aus diesem Blickwinkel betrachtet: die Schule läuft ganz okay, ich verstehe mich mit meinen Eltern bestens und unbeliebt bin ich auch nicht wirklich.
Also, wieso dann?
Das ist schwer zu erklären. Ich verstehe es ja selber nicht so ganz, ich denke, jeder kennt das irgendwie: man liest ein spannendes Buch, ein Manga oder schaut sich Filme oder Animes an und wünscht sich, auch so leben zu können wie die Figuren. Ich weiß zwar, dass ich nicht wirklich in diese Traumwelt kann. Doch irgendwie ist das wie ein innerer Drang, doch dahin zu wollen. Und da man diese Welt nicht wirklich in der realen Welt aufbauen kann, sah ich nur eine Lösung: den Abschied von dieser Welt.
Der Drang nach dieser Freiheit war so stark, dass ich es fast bis zum Ende getrieben hätte.
Doch zum Glück waren da meine Freunde und Eltern sowie ein Lied, welches mich im letzten Moment doch davon abhielt (special thanks to Farin Urlaub - "Kein Zurück").
Nach ein paar Gesprächen bin ich dann in der Kinder und Jugendpsychiatrie gelandet. Mein erster Eindruck war wohl der wie bei vielen: "Oh nein, nicht in die Klapse...", aber wenn man ein paar Tage hier ist, merkt man, dass es gar nicht so schlecht ist. Endlich ist da jemand, der auf einen aufpasst, wenn es einem mal schlechter gehen sollte. Jemand, der einem hilft, über solche Lebenskrisen hinweg zu kommen. Man hat Zeit für sich, mit den Problemen der anderen Leute fertig zu werden. Man lernt hier viele neue Freunde kennen, die auch Probleme haben. Doch es sind auch nur Menschen wie du (und ich). Ich hoffe dennoch für mich, dass ich so schnell wie möglich hier geheilt herauskomme, da es für mich außerhalb der Psychiatrie auch noch ein Leben gibt.