Meike, 16
Unendlich traurig schauten mich die vier Tomaten mit ihren großen roten Wangen an.
Es war als wollten sie mir sagen: "Nöööh! Hat doch alles keinen Zweck, ist doch alles so sinnlos, diese Welt. Sie ist eine so schlechte Welt. Die kann uns Tomaten doch sowieso nichts mehr bieten. Wozu noch weiter reifen? Immer nur reifen und größer werden. Das kann doch nicht alles sein. Nee, ich mag nicht mehr!"
Dann stürzten sie sich in das offene Messer und zerteilten sich in acht gleichgroße Achtel. Sie waren sogenannte Harakiri-Tomaten gewesen. Genmanipulierte Tomaten, denen man ein Depressions-Gen eingezüchtet hatte, welches bewirkte, dass ihnen ein unwiderstehliches Selbstmord-verlangen innewohnte.
Das brachte sie dazu, sich bei der erstmöglichen Gelegenheit in ein offenes Messer zu stürzen und sich zu zerteilen; wodurch die übliche Schmiererei beim Tomaten schneiden entfiel.
Die fünfte Tomate hielt sich zunächst noch zurück.
Wohlwissend, dass sie nun beständig durch die Küche rollen würde...
auf der verzweifelten Suche nach der Möglichkeit, sich das Leben zu nehmen.
Angefangen hatte der Wahnsinn 1997.