<<   Im Spiegel sehe ich einen alten Mann.  |   Glühend heiß   >>

Der erste Schritt in mein neues, besseres Leben

Blanche, 17


Ich bin hier, weil ich nicht mehr in die Schule gehen kann. Ich will, aber ich kann nicht. -
Wenn ich morgens aufwachte und aufstehen wollte, konnte ich es nicht, mein ganzer Körper wehrte sich. Ich lag da und dachte daran, wovor ich alles Angst hatte. Ich hatte Angst davor, dass mich alle auslachen, mich alle anstarren und sich denken: "Was ist das denn für eine?"
Angefangen hatte es damit, dass ich mich erst sehr unwohl fühlte, wenn ich in der Schule war. Ich war oft krank und wollte zu Hause bleiben. Bis ich dann richtige Panikattacken bekam. Ich wurde nervös mein Körper zitterte und ich wollte einfach nur weg. Ich wäre am liebsten schreiend aus der Klasse raus gelaufen. Bis ich dann gar nicht mehr zur Schule gehen konnte. Ich bin sehr unsicher, auch wenn man das nicht von mir denkt. Viele meiner Freunde haben sich gewundert, dass ich solche Selbstzweifel habe. Sie sahen mich immer als selbstbewusste, fröhliche, extrovertierte Person, die weiß, was sie will. -
Dass ich mich selbst unter Druck setze, weiß ich, sei es in der Schule als auch privat. Ich mache mir immer Sorgen, dass ich nicht gut genug bin oder etwas falsch mache. Die Angst zu versagen ist so groß, dass ich mir manchmal schon vorher, bei Arbeiten oder anderen Situationen, vor denen ich Angst habe, ausmale, was alles Schlimmes passieren könnte. Oft hemmt mich das so, dass ich total überreagiere und sehr nervös bin.

Bild

Sport mache ich sehr gerne. Mein Hobby Dressurreiten ist mir sehr wichtig. Auch dabei musste ich erst lernen mit mir und meinen Leistungen zufrieden zu sein. Ich habe vier Mal versucht, mir das Leben zu nehmen, mich selbst verletzt und war nie zufrieden mit mir . Oft habe ich nur dran gedacht, wie schlecht es mir geht und dass mein Leben keinen Sinn mehr hat. Als ich dann auch noch von meinem ersten richtigen Freund sehr verletzt wurde, wollte ich nur noch sterben, mein Leben beenden. Ich dachte, das sei der einzige Weg, dem Ganzen zu entfliehen. Ich fühlte mich total überfordert und mit meinen Problemen allein gelassen. Dann kam noch der Schulstress dazu und ich verlor die Kontrolle. Ich war völlig am Ende.
Bis meine Eltern und Freunde verstehen konnten, was in mir vorgeht, war es ein langer schwerer Weg. Ich bin froh, dass ich jetzt in der Klinik bin und den ersten Schritt gewagt
habe. Ich kann mich noch gut an den ersten Tag hier erinnern. Mein Vater musste mich aus dem Bett schmeißen, sonst wäre ich nicht aufgestanden. Ich habe mich lautstark gewehrt und meinen Vater weinend gebeten anzuhalten und mich nach Hause zu bringen. Ich hatte sehr große Angst hier hin zu gehen. Alles war neu und ich fühlte mich schlecht. Doch nach ein paar Stunden taute ich auf und ließ mich drauf ein.
Jetzt bin ich sehr froh hier zu sein. Ich bekomme hier die Unterstützung die ich brauche, außerdem lerne ich hier mit Stress und mit mir besser und ruhiger umzugehen.

zum Haupteingang von www.klapse.de